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In einer Zeit, in der Remote Work auf dem Vormarsch ist, die Work-Life-Balance die klassischen 9-to-5-Jobs verdrängt und Arbeitnehmer:innen selbstbestimmter werden, stellt sich doch irgendwann die Frage, ob Führung überhaupt noch notwendig ist? Unser CEO Andreas Glemser, heldenhafter Verfechter guter Führung, gibt eine klare Antwort auf diese Frage.

Ist Führung überhaupt noch wichtig,

wenn immer mehr selbstbestimmt arbeiten?

Andy, Du bist Gründer und CEO von COCOMIN. Gemeinsam mit rund 60 Kollegen begleitest Du seit über 23 Jahren Führungskräfte aus allen Branchen und Hierarchiestufen. In einer Zeit, in der Arbeitnehmer:innen selbstbestimmter arbeiten, stellt sich die Fragen, ob Führung überhaupt noch wichtig ist.

Ich telefoniere jeden Tag mit sehr vielen, interessanten und inspirierenden Menschen. Und jeder Unternehmer, jeder Vorstand und jeder Geschäftsführer, mit dem ich spreche, bestätigt mir, dass deren Unternehmenserfolg zu mindestens 70% oder mehr von guter Führung abhängt. Und das unabhängig von der Größe und der Branche des jeweiligen Unternehmens.

Es gibt diverse Studien, die zeigen, dass jede:r zweite Mitarbeiter:in unzufrieden in seinem bzw. ihrem Job ist und sich bereits nach einem neuen Arbeitsplatz umschaut. Der Hauptgrund dafür ist die Führungskraft. Aber 52% dieser Mitarbeiter:innen würden das nicht tun, wenn sie bessere Führung erleben würden. Also ja, Führung ist nach wie vor ein extrem wichtiger Erfolgsfaktor für den Erfolg eines Unternehmens.

Ist „Gute Führung“

nichts als eine leere Phrase?

Aber was ist denn eigentlich „gute Führung“ überhaupt?

Natürlich gibt es jede Menge offizieller Definitionen für gute Führung. Im Grunde ist es ganz simpel: Eine gute Führungskraft schafft es, ihre Mitarbeiter:innen täglich ein Stückchen besser zu machen. In ihrem Job, als Kollege, als Mensch.

Jede Führungskraft sollte sich am Freitagabend fragen, ‚Hast Du diese Woche dazu beigetragen, dass Deine Mitarbeiter:innen etwas gelernt haben oder ihren Job noch besser gemacht haben als noch am Montagmorgen?‘ Und wenn jede Führungskraft, ohne lange zu überlegen, aufzählen kann, was sie wie gemacht hat, um diese Ziele zu erreichen, dann muss sich das Unternehmen keine Sorgen machen. Die Wissenschaft nennt das dann Lernkultur.

Eine Führungskraft

ist nur so gut wie ihre Mitarbeiter:innen.

Willst Du damit sagen, dass eine Führungskraft alles besser können und wissen muss als ihre Mitarbeiter:innen?

Nein, das soll natürlich nicht so sein. Aber natürlich sollte eine Führungskraft Ahnung haben, was ihre Mitarbeiter:innen tagtäglich tun. Ansonsten würde kein Handwerksbetrieb dieser Welt funktionieren. Die Führungskraft muss in erster Linie nur sicherstellen können, dass ihre Mitarbeiter:innen besser werden. Und das jeden Tag.

Nehmen wir als ein Beispiel aus der Praxis eine Agenturchefin einer größeren Versicherungsagentur. Wenn sie einen ihrer Berater beim Kundengespräch begleitet, sollte im Idealfall natürlich nicht sie das Gespräch führen, sondern ihr Kollege. Als gute Führungskraft sollte sie ihm nach dem Gespräch konstruktives Feedback geben. Und, wenn möglich, gleich noch konkrete Anregungen, wie er seine kommenden Gespräche noch besser führen kann. Wenn so eine Begleitung-on-the-job und ein anschließendes Feedbackgespräch regelmäßig durchgeführt wird, haben alle was davon: Der Berater wird erfolgreicher im Kundengespräch, die Agentur hat zufriedenere Kunden und verdient mehr Geld.

Diese Begleitung-on-the-job findet sich vor allem bei erfolgreichen Vertriebsorganisationen. Da begleiten die Führungskräfte ihre Mitarbeiter:innen nicht nur im Kundengespräch, sondern entlang des gesamten Vertriebsprozesses. Dabei lässt sich zum Beispiel dann auch erkennen, dass sich der Vertrieb mit den falschen Kunden beschäftigt. Würde sich die Führungskraft regelmäßig die Zeit nehmen und sich neben den Vertriebsmitarbeiter setzen, dessen Kundenportfolio nach Potenzialgesichtspunkten strukturieren und sicherstellen, dass er fast nur noch Kundentermine mit Potenzialkunden vereinbart, wären beide erfolgreicher.

Der Schlüssel

liegt in der Kommunikation.

Bleiben wir doch nochmal bei dem Beispiel mit der Versicherungsagentur. Was kann eine Führungskraft denn noch tun, damit ihre Agentur erfolgreicher wird?

Ich denke, dass die Kommunikation der Schlüssel ist. Es ist unglaublich wichtig, mit allen Mitarbeiter:innen regelmäßige Einzelgespräche zu führen, dabei aber nicht alle gleich zu behandeln. Wir empfehlen, eine Führungsmatrix zu erstellen und in dieser festzulegen, wie intensiv welche Mitarbeiter:innen jeweils geführt werden. Im Idealfall sollten die Einzelgespräche auch beinhalten, welches Verhalten zu mehr Erfolg geführt hat und wie man das zukünftig wiederholen oder gar ausbauen kann. Es geht also darum, dass Mitarbeiter:innen lernen, ihr Vertriebsverhalten zu reflektieren, um damit letztendlich besser zu werden. Aus unserer Erfahrung finden diese Lerngespräche leider noch nicht oft genug statt, was meistens daran liegt, dass viele Führungskräfte das einfach nie gelernt haben.

Ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Weg zum Erfolg ist aber auch das Abhalten regelmäßiger Teammeetings. Ein wichtiger Part dieses Teammeetings ist es, dass sich Vertriebsmitarbeiter:innen intensiv über Best- und Bad-Practice-Fälle austauschen. Denn besonders das Lernen aus Fehlern ist nachweislich hilfreich. Dazu bedarf es allerdings einer offenen Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter:innen trauen dürfen, Fehler zu machen und auch darüber zu sprechen.

Systematische Führungskräfteentwicklung

ist unumgänglich.

Andy, was meintest Du vorhin mit „Viele Führungskräfte haben das ‚Führen‘ gar nicht gelernt“?

Wenn man eine erfahrene Führungskraft fragt, wo und wie sie Führung gelernt hat, bekommt man meistens als Antwort ‚Ich hatte gute Chefs.‘ Das ist sehr löblich, aber natürlich keine systematische und damit erfolgreiche Führungskräfteentwicklung. Da helfen im weiteren Verlauf dann aber leider auch Seminare nicht mehr viel. Fahrradfahren lernt man ja auch nicht im Seminar. Da ist jemand dabei, der das schon mal gemacht hat und bei der Ausführung behilflich ist. Und um Führung zu lernen, bedarf es ebenso einer intensiven Begleitung. Im Idealfall durch den eigenen Vorgesetzten, in Kombination mit externen Begleitern.

Und genau da setzt meine Leidenschaft an. Und ich bin wirklich stolz, behaupten zu können, mit der COCOMIN AG eine Plattform für Gleichgesinnte geschaffen zu haben.

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