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Ein Gedankenexperiment

mit nur zwei Spielregeln

Bei Budgetverhandlungen denkst Du wahrscheinlich schnell an Begriffe wie Marketing-Budget, Mitarbeiter- und Personalkosten, Budget für Forschung und Entwicklung und viele andere Begriffe aus der Unternehmenswelt. Ich denke da auch schnell an Verhandlungen. Da stressen sich viele Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter um ein begrenztes Gut. Und dieses Gut ist meistens eine Zahl, ausgedrückt in Euro. Jeder legt Argumente auf den Tisch, warum es wichtig ist, dass er in diesem Jahr mindestens das gleiche oder meistens eine höhere Anforderung an den vorhandenen Topf hat.

In der Politik ist das ja auch nicht anders. Auch da ist der Finanzminister in manchen Zeiten der gefragteste Mann oder die gefragteste Frau im Kabinett.

Ich glaube, jeder von uns hat jetzt ein ganz konkretes Bild dazu im Kopf. Und genau dieses Bild möchte ich einmal auf den Kopf stellen. Und zwar mit einem Gedankenexperiment. Es gibt nur zwei Spielregeln für Deine ganz persönliche Budgetverhandlung und die anstehenden Entscheidungen, die Du zu treffen hast:

  1. Du legst fest, wie groß Das Budget ist.
  2. Du entscheidest ganz allein darüber, wie es verwendet werden soll.

Ein Budget

zu Deiner freien Verfügung

Klingt bis dahin erst mal in hohem Maße komfortabel, oder? Einen Haken gibt es aber: Dein Budget hat keinen monetären Wert. Dein Budget sind Coaching-Tage. Die hast Du zu Deiner freien Verfügung. Stell‘ Dir also vor, Dein Chef kommt mit dem Angebot zu Dir: „Lieber Herr Müller-Meier, ich möchte Sie gerne in Ihrer Rolle und in Ihrer Verantwortung als Führungskraft unterstützen und deswegen habe ich einen Coaching-Budget für unser Unternehmen eingekauft.“

 

Klar, Du bist eine etablierte Führungskraft (vielleicht schon seit einigen Jahren), aber dennoch möchtest Du die Situation gerne für Dich nutzen, um Dein eigenes Handeln mal wieder zu reflektieren. Dann reicht vielleicht ein Budget von drei oder vier Tagen. Vielleicht bist Du ein Teamleiter oder Abteilungsleiter, der seine Aufgabe erst vor kurzem übernommen hat und sich in seine neue Rolle erst noch einfinden muss. Dann ist ein Coaching-Budget von vielleicht sechs oder acht Tagen sinnvoller.

 

Für unser Beispiel nehmen wir mal den Mittelweg. Nehmen wir an, dass Du das Angebot Deiner Führungskraft gerne angenommen hast und Dich für ein Budget von fünf Tagen entschieden hast. Du hast also Dein erstes Meeting mit Deinem Coach. Vielleicht findet das in Deinem Büro oder zumindest in einem ruhigen Raum statt, in dem nicht gleich das nächste Telefon klingelt. Wahrscheinlich steht eine Tasse Kaffee auf dem Tisch und wahrscheinlich hast Du Stift und Papier dabei. Vermutlich weißt Du noch nicht so richtig, was Dich erwartet. Oder wer dieser Mensch eigentlich ist, mit dem Du Dich da gerade triffst. Ihr macht Euch also miteinander bekannt, beschnüffelt Euch ein wenig und findet Euch eigentlich ganz sympathisch. Jetzt stellt Dir der Coach folgende Frage:

„Wie wollen Sie dieses Budget von fünf Tagen, die zu Ihrer freien Verfügung stehen, verwenden?“

Schwere Budgetverhandlungen

Wie entscheidest Du Dich?

Also was machst Du jetzt damit? Du hast ein Budget zur Verfügung (um das Du nicht mal in Budgetverhandlungen kämpfen musstet). Im Gegenteil. Du hast eine Führungskraft, die sich Gedanken um Deine Entwicklung macht, die Deine Rolle als Führungskraft unterstützen und stärken möchte. Das ist erstmal eine großartige Nachricht, denn das findet sich nicht in jedem Unternehmen.

Dein einziger Job ist es jetzt, mit Deinem Coach (bzw. dem Geschenk Deines Chefs) so zu arbeiten, dass es Dich voranbringt. Mal unter uns: Ist das nicht eine wirklich komfortable Situation? Fünf Tage komplett für Dich!

Was soll nun in diesen fünf Tagen passieren? Soll es eine Art persönliches Seminar werden? So etwas wie „Grundlagen der Mitarbeiterführung in fünf Tagen“?

Nehmen wir mal an, Du hast noch in dieser Woche ein Quartalsgespräch mit einem Deiner Mitarbeiter. Das ist eine Führungssituation. Für nächste Woche steht ein Abteilungsmeeting auf der Agenda. Das ist eine Führungssituation. Eine Woche später steht dann ein Beurteilungsgespräch für eine Mitarbeiterin an (und Du weißt jetzt schon, dass das kein leichtes Gespräch wird, denn die Mitarbeiterin ist immer wieder durch Fehler bei der Arbeit und Übellaunigkeit gegenüber Kollegen aufgefallen). Du blickst diesem Gespräch nicht gerade mit großer Freude entgegen. Aber auch das ist eine Führungssituation.

Dein Führungsbegleiter

ist an Deiner Seite.

Und jetzt stell‘ Dir vor, Du hättest die Möglichkeit, gemeinsam mit Deinem Coach diese Situationen vorzubereiten. Ihr könntet auftauchende Schwierigkeiten vorausplanen, dem Gespräch einen konkreten Ablauf geben, eine Agenda aufstellen, die Dir hilft, ein gutes Gespräch zu führen. „Gut“ meint hier, ein Gespräch zu führen, in dem Du als Führungskraft wirksam bist. In diesem Beispielfall gehe ich mal davon aus, dass Du das Verhalten Deiner Mitarbeiterin ändern möchtest. Du setzt Dich also mit Deinem Coach (wir nennen das übrigens gerne „Führungsbegleiter“) zusammen und ihr bereitet anhand der Termine, die ohnehin schon in Deinem Kalender stehen, die anstehenden Situationen, in denen Führungskraft und Mitarbeiter aufeinander treffen, professionell vor. Das kann morgen ein Zeitfenster von 3 Stunden sein, am Freitag ein halber Tag und eine Woche später online via Telefon oder Skype für eine Stunde. Vielleicht vereinbart ihr sogar ein regelmäßiges Telefonat, alle 14 Tage für eine Stunde. Damit verbrauchst Du über ein ganzes Quartal gerade mal einen halben Tag von Deinem Fünf-Tage-Budget. Aber das ist Dir ganz persönlich überlassen.

Entscheidend sind dabei eigentlich nur zwei Fragen:

  1. Welches Budget würdest Du Dir für das kommende Jahr wünschen?
  2. Welche konkreten Vorstellungen hast Du, um Deine Rolle als Chef noch wirksamer zu gestalten?

Wenn ich Dein Chef wäre, würde ich Dir diese Fragen stellen. Und ich würde mir wirklich wünschen, dass Du als Führungskraft in meinem Unternehmen eine Antwort darauf hast.

 

 

 

Dieser Text erschien zuerst im Podcast „GUTE CHEFS – Der Führungskräfte-Podcast“ Nr. 66 „Schwere Budgetverhandlungen für Chefs“ (Hier geht’s direkt zum Podcast)

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