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Die schönsten Geschichten

schreibt das Leben.

Die schönsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. Es gibt da eine Anekdote über die Verbindung von Strategie und Führung, die ich in meinen Alltag als Führungsbegleiter gerne erzähle und nun mit Euch allen teilen möchte.

Ohne mit der Wimper zu zucken

sind die Kinder den Berg runtergerauscht.

Früher war ich mal Skilehrer und einmal im Jahr hatten wir einen Skikurs für Kinder mit Handicap. Ich sah am Morgen eine Gruppe von Kindern mit Down-Syndrom. Neugierig fragte ich ihren Lehrer, warum die Kinder denn nicht mitmachen dürften. Dieser entgegnete mir, dass die Kinder das nicht könnten und damit total überfordert seien.

Ich dachte, ich traue meinen Ohren nicht. Der Lehrer ging also davon aus, „es zu wissen“. Unweigerlich fragte ich mich, ob die Kinder es auch „wussten“? Nach langem Hin und Her durfte ich diese Gruppe mit besonderen Kindern übernehmen (und ich muss nicht extra erwähnen, dass es eine Woche voller Sonnenschein, Herzlichkeit und Wärme war).

Was soll ich sagen? Nach einer Woche sind alle Kinder beim Skirennen den „Monte Gocke“ runtergerauscht – ohne mit der Wimper zu zucken. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Heute kann ich nicht mehr sagen, wer stolzer war.

Was haben die Kinder und ich in dieser Woche getan, um unser Ziel zu erreichen?

Zutrauen & Träumen

waren die Erfolgsfaktoren.

1. Zutrauen.

Ich habe einfach daran geglaubt, dass es die Kinder und ich (als ihre Führungskraft) hinkriegen. Wir wussten alle von Anfang an, dass unser Plan ambitioniert war. Aber wir wussten auch, dass wir nicht allein sind. Wir wussten, dass wir es gemeinsam mit einer guten Strategie schaffen werden (denn wenn sogar der eher unsportliche Skilehrer, der später auf Langlauf umsteigen sollte, es schaffen konnte, dann konnten es auch alle anderen schaffen).

2. Träumen.

Wir hatten eine Vision erarbeitet: „Was passiert am Donnerstag, wenn wir bis Mittwoch fleißig arbeiten?“ Ja, kann sein, dass wir dann sogar die „Drei-Tannen-Abfahrt“ schaffen. Und so wie es ausschaut, haben wir sogar schönes Wetter. Und klar – wenn die Kinder diese Route schaffen, dann können sie auch in anderen Skigebieten fahren (und den anderen Kindern zeigen, was sie können).

Ohne Bremsen zu können,

ist die Abfahrt nicht zu schaffen.

Die Kinder waren ab sofort sehr, sehr pünktlich am Hang. Sie waren allesamt top vorbereitet. Sie haben mir gezeigt, was sie alles in ihren Rucksack gepackt haben und mich ermahnt, vorsichtshalber auch eine Brotzeit mitzunehmen.

Dann habe ich mit meinen ersten Übungen angefangen und erklärt, wieso diese in unserem Plan (also unserer Strategie) so wichtig sind. Eine Übung war zum Beispiel das Bremsen. Denn wir wussten, dass wir, ohne bremsen zu können, die Abfahrt unmöglich schaffen konnten.

Im Mittelpunkt stand hauptsächlich das Vormachen, das gemeinsame Reflektieren und voneinander lernen. Wenn wir Erfolge bei der Realisierung unseres Plans erreicht hatten, haben wir das mit einer Gummibären-Party gefeiert (machen übrigens auch alle Holländer – nur mit „Jaga-Tee“ statt Gummibärchen).

Zum Endspurt hin haben wir die Schlagzahl erhöht und wirklich sehr, sehr intensiv an der Umsetzung gearbeitet und trainiert. Schließlich hatten wir ja unsere Vision vor Augen und haben es uns zugetraut.

Meine Strategie dabei:

Führungsbegleiter und Dramaqueen.

Was meine Rolle dabei war? Hauptsächlich war ich als Moderator und Coach gefordert. Eben genauso wie in meinem Alltag als Führungsbegleiter. Manchmal auch als Kritiker in der Sache („Seppi – ich mag Dich wirklich gerne, aber so wird des nix“). Zum Schluss war ich die ungekrönte Dramaqueen und habe, nachdem es alle hinter die Ziellinie geschafft haben, am meisten geheult (das mache ich als Führungsbegleiter nicht – versprochen).

Was das mit Strategie und Führung zu tun hat? Überlegt mal in Ruhe – ist eigentlich ganz, ganz einfach – und lasst mich an Euren Gedanken teil haben.

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